Zahnverletzung

Zahnverletzung-Zahnrettungsbox

Verletzte Zähne – Wann kann es passieren?

Ein Sturz oder Sprung, und plötzlich fehlt ein Zahn. Verletzungen an den Zähnen können immer passieren. Beim Sport natürlich, ob Kampfsport, Reiten oder Eishockey. Bei Trendsportarten wie BMX, Skateboard, Kiten und Bouldern. Nach einer Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde erfolgen 39% aller Zahn- und Mundverletzungen beim Sport. Hier ist also das Risiko für einen Zahnunfall nachvollziehbar groß. Aber auch ganz einfach beim Radfahren, toben oder klettern kann es passieren.

Obwohl doch unsere Zähne die härtesten Teile unseres Körpers sind. Gegen harte Schläge und Stöße sind auch sie machtlos.

Welche Schäden können bei einer Zahnverletzung entstehen?

Ganz schnell ist der Zahn locker, abgebrochen oder ganz herausgebrochen. Rund 80 Prozent der Unfälle betreffen übrigens die oberen Schneidezähne. Die Verletzung ihrer Zähne ist für viele Menschen der absolute Albtraum. Entscheidet doch der kurze Blick auf Kleidung, Haltung, Haare und Gesicht, ob diese Person als sympathisch, attraktiv, kompetent eingeschätzt wird. Schöne, gut gepflegte Zähne sind dabei mitentscheidend.

Wer ist von Zahnverletzungen betroffen?

 Die Statistik sagt, jedes dritte bis vierte Kind bis zu seinem 16. Lebensjahr hat einen Zahnunfall. Am häufigsten geschehen sie zuhause, beim Sport oder auf Spielplätzen. Betroffen sind aber auch Erwachsene. Zahnunfälle sind also nicht selten.

Was ist bei einer Zahnverletzung zu tun?

Jeder Zahnunfall muss so schnell wie möglich kompetent kontrolliert und behandelt werden. Ansonsten können die Zähne oft nicht mehr gerettet werden. Es ist daher äußerst wichtig, in diesen Fällen schnell und richtig zu handeln.

  • Ruhe bewahren
  • Zähne immer in ihrer Position belassen
  • äußerlich kühlen
  • bei starker Blutung in ein Stofftuch beißen
  • Zahnwurzel keinesfalls berühren. Ist die Zahnwurzelhaut beschädigt, kann der Zahn nämlich nicht mehr eingepflanzt werden
  • Zahn, Zahnteile und Zahnwurzel nicht desinfizieren. Zahnteile auch nicht unter fließendem Wasser reinigen
  • nicht in Papiertaschentücher einwickeln und nicht trocknen
  • herausgeschlagene Zähne oder abgebrochene Zahnstücke suchen und in eine Zahnrettungsbox legen

Alternativ: in H-Milch, Plastiktüte oder isotoner Kochsalzlösung feucht halten. Gibt es

gar nichts zum Einlegen, den Zahn in die Backentasche stecken und versuchen, ihn

nicht zu verschlucken

Die Zahnrettungsbox

 Mit dieser Box ist ein sicherer Transport der ausgeschlagenen Zähne und Zahnbruchstücke zum Zahnarzt garantiert und eine Rettung des Zahnes möglich. Denn das Gewebe, das die Wurzel des ausgeschlagenen Zahnes umhüllt, darf nicht beschädigt werden. Das Geheimnis der Zahnrettungsbox ist eine spezielle Nährlösung, die dieses Gewebe am Leben erhält – bis zu 48 Stunden bei Zimmertemperatur. Aber auch mit dieser möglichen Zeitspanne sollte sich der Patient SOFORT zu einem Zahnarzt, zum zahnärztlichen Notdienst oder in die chirurgische Ambulanz eines Krankenhauses begeben.

Wird der Zahn falsch aufbewahrt oder behandelt, stirbt das Gewebe innerhalb kürzester Zeit vollständig ab und ein Wiedereinsetzen mit anschließender Heilung ist nahezu ausgeschlossen.

Die Zahnrettungsbox ist u.a. in Apotheken und Drogerien erhältlich. An den Haupt-Unfallorten, wie Schulen, Turnhallen, Freizeiteinrichtungen, Schwimmbädern sollten Zahnrettungsboxen vorhanden sein. Sollten, wohlgemerkt!

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Zuletzt aktualisiert am 17. April 2021 um 2:26 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wie wird behandelt – wenn nichts mehr zu retten ist?

Jeder Zahnarzt versucht natürlich, die Zähne so gut wie möglich zu versorgen und zu erhalten. Unerlässlich ist das Röntgen der entsprechenden Stelle. So lässt sich genau erkennen, in welchem Zustand sich Zahn, Wurzeln und Kiefer befinden.

Sollte ein Zahn nicht mehr zu retten sein, dann bleibt nur „das Ziehen“, also die Zahnentfernung übrig. Diese geht in der Regel relativ schnell vonstatten. Der Patient beißt danach für gewöhnlich auf einen Tupfer, bis das Blut in der Wunde geronnen ist. Nach einer guten halben Stunde kann er die Praxis schon wieder verlassen.  Alles in allem für den Zahnarzt ein Routineeingriff und für den Patienten im Normalfall komplikationslos. Solange er nach dem Eingriff ein paar Regeln einhält – keinen Kaffee, keinen schwarzen Tee, kein Alkohol, keine körperlichen Anstrengungen.

Gegen Schmerzen und etwaige Schwellungen helfen einfache Hausmittel: Kühlen der Wange mit feucht-kalten Tüchern (keinesfalls sollten Eiswürfel oder Eispackungen hervorgeholt werden – beides ist zu kalt), häufiges Mundspülen mit kaltem Wasser oder kaltem Kamillen- oder Salbeitee.

Bei komplizierten Fällen überweist der Zahnarzt den Unfall-Patienten an einen Kieferchirurgen.

Wie wird behandelt – wenn noch etwas zu retten ist?

 Wenn ein Stück des Zahnes abgesplittert ist, entstehen eigentlich keine Schmerzen und der Patient kann selbst entscheiden, ob der kaputte Zahn überhaupt repariert werden soll. Der Zahn kann geglättet oder kosmetisch korrigiert werden – je nachdem wie groß das Bruchstück ist. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Zahn zu verblenden, eine Krone aufzusetzen oder zu füllen.

Dagegen sollten gesprungene oder gebrochene Zähne so schnell wie möglich repariert werden. Das verhindert weitere, unter Umständen größere Schäden. Vielleicht kommt es zu einer Wurzelkanalbehandlung oder zur Zahnextraktion, also zum Ziehen des Zahnes. Ist es infolge des Unfalls zu einem Sprung des Zahnschmelzes oder zu einer Verletzung des Zahnbeines gekommen, empfiehlt der Zahnarzt in der Regel eine Krone. Die angesprochenen Sprünge sind allerdings auf Röntgenbildern nicht immer sichtbar. Der Patient merkt diese beim Kauen sowie mit einer Empfindlichkeit auf Luft, heiße und kalte Speisen und Getränke.

Ist der Zahn „nur“ locker, wird er vom Zahnarzt provisorisch mit seinen Nachbarzähnen verbunden. In der Regel kann diese Schiene nach zwei Wochen wieder entfernt werden.

Ist der Zahn komplett ausgeschlagen, ist ebenfalls noch nichts verloren – es ist nämlich möglich, ihn wieder einzupflanzen, zu reimplantieren. Allerdings nur, wenn dies schnell geschieht. Je länger es dauert, bis der Zahnarzt in Aktion treten kann, desto mehr Zellen an der Zahnwurzel, die für ein festes wieder einwachsen des Zahns notwendig sind, sterben ab. Es hat sich herausgestellt, dass die ersten 30 Minuten nach einem Unfall die größten Chancen auf eine komplette Wiederherstellung bieten. Dauert alles bis zu zwei Stunden, stehen die Chancen immer noch bei „gut“.

Ist der Zahn wieder eingesetzt und geschient, wächst er normalerweise in den ersten sechs Wochen wieder fest an.

Deshalb ist es so ungemein wichtig, eine Zahnrettungsbox schnellstens griffbereit zu haben.

Grundsätzlich sollten durch einen Unfall verlorene Zähne ersetzt werden. Dadurch werden nämlich Probleme beim Kauen und Sprechen vermieden. Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls, dass sich durch die nicht geschlossene Lücke die anderen Zähne verschieben. Auch Kiefergelenksstörungen können langfristige Folgen sein. Brücken, Prothesen und Implantate eignen sich erfahrungsgemäß am besten als Ersatz.

Übrigens: Sollte ein Kind einen Zahnunfall haben, müssen grundsätzlich alle Milchzähne gründlich kontrolliert werden. Es kann nämlich sein, dass die Nachfolger, die sich hinter den Milchzähen bereits verstecken, in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Wie kann man sich schützen?

 Am sinnvollsten ist ein Zahnschutz. Er bedeckt Zähne und Teile des Kieferknochens, um Verletzungen vorzubeugen. Auch Lippen und Zahnfleisch werden geschützt. Mundschutze kennt man aus dem Amateur- und Profisport. Es empfiehlt sich, ihn auch in der Freizeit bei allen Sportarten mit Körperkontakt, Sturzgefahr oder Benutzung von Sportgeräten zu tragen. Am sinnvollsten ist ein individuell hergestellter Mundschutz. Dafür nimmt der Zahnarzt einen Abdruck der Zahnreihen vor, im Labor wird anschließend der Zahnschutz fertiggestellt. Wirksamkeit, Tragekomfort und Ästhetik sind dadurch garantiert.

Ein individuell angefertigter Mundschutz kostet zwischen 120 und 200 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen allerdings die Kosten nicht. Wenn man an die eventuell lebenslangen Folgebehandlungen und -kosten eines Zahnunfalls denkt, lohnt sich diese Investition aber durchaus.

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