Bei einer zahnärztlichen Behandlung sind gleichzeitig eine gute Sicht, ruhige Hände und uneingeschränkter Zugang zu einem sehr kleinen Arbeitsfeld erforderlich. Zahnärzte und deren Helfer stehen oder sitzen dabei häufig über einen längeren Zeitraum hinweg nah am Patienten. Nicht nur auf Rücken und Nacken des Praxisteams hat das Auswirkungen, sondern auch auf die gesamte Organisation am Behandlungsplatz. Für die Patienten bedeutet das, dass eine gute Arbeitshaltung auch die Behandlungsqualität beeinflussen kann.
Behandlungspositionen lassen wenig Spielraum
Je nach Arbeitssituation arbeiten Zahnärzte und deren Assistenz mit direkter Sicht oder über den Mundspiegel. Dementsprechend verändert sich die sinnvolle Sitzposition, die außerdem stark davon abhängt, ob am Ober- oder Unterkiefer gearbeitet wird.
Instrumente müssen aus jeder Lage heraus gut erreichbar bleiben, ohne dass dafür der Oberkörper ständig verdreht werden muss. Bei der Konzeption von Sitzlösungen für Zahnärzte und Patienten achten Hersteller wie Dynamostol daher auf verstellbare Höhen, stabile Sitzpositionen und gute Bewegungsfreiheit. Auch die ergonomische Abstimmung zwischen Behandlungsstuhl, Arbeitshocker und Instrumentenablage spielt dabei eine wichtige Rolle.
Statische Haltung belastet besonders
Wenn die Sitzposition lange unverändert beibehalten wird, summiert sich diese Belastung über viele Behandlungstage hinweg. Durch einen nach vorn geneigten Kopf, angehobene Schultern oder einen verdrehten Oberkörper werden einzelne Muskelgruppen dauerhaft beansprucht und der Bewegungsapparat belastet. Auch Berufsgenossenschaften empfehlen daher regelmäßige Wechsel der Haltung.
In der Praxis sind es schon kleine Änderungen, die helfen können. So können Zahnärzte zum Beispiel den Patientenstuhl neu einstellen, die Arbeitsseite wechseln und auch kurze Wege zwischen zwei Behandlungen zum Strecken nutzen
Der Stuhl allein löst das Problem nicht
Ergonomie entsteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Elementen:
- Behandlungshöhe so wählen, dass die Schultern möglichst entspannt bleiben
- Instrumente innerhalb kurzer, körpernaher Griffwege anordnen
- Leuchten ohne starkes Verdrehen von Kopf und Oberkörper ausrichten
- ausreichend Platz für Rollen, Füße und die Assistenz freihalten
- zwischen Sitzen, Stehen und kurzen Bewegungsphasen wechseln
Auch die Anordnung von Absaugung, Bildschirm und Fußsteuerung beeinflusst, ob Bewegungen kurz und symmetrisch bleiben. Eine gute Sitzlösung kann diese Punkte unterstützen. Sie kann jedoch weder eine ungünstige Raumplanung noch starre Abläufe ausgleichen. Deshalb sollte das gesamte Team an der Einrichtung beteiligt sein.
Was Patienten davon bemerken
Für die Patienten sind vor allem ruhige Abläufe, klar vorbereitete Instrumente und entspannte Positionswechsel wahrnehmbar. Auch ein entspanntes Team, das konzentriert und mit kontrollierten Bewegungen arbeitet vermittelt Sicherheit und sorgt für eine angenehmere Atmosphäre.
Grundsätzlich gilt es aber zu beachten, dass nicht allein der passende Stuhl eine professionelle Praxis ausmacht. Genau wie bei der Digitalisierung einer Zahnarztpraxis gilt auch bezüglich der ergonomischen Praxisausstattung: Der wahre Nutzen hängt immer von der sinnvollen Anwendung ab.
Anpassung ist wichtiger als ein Standardmaß
Ein Behandlerstuhl wird von mehreren Personen genutzt, die sich in Körpergröße, Beweglichkeit und Arbeitsweise unterscheiden können. Eine leicht erreichbare Höhenverstellung ist deshalb wichtiger als eine einmal gefundene Idealposition. Bei gemeinsam genutzten Räumen sind leicht verständliche Einstellmöglichkeiten besonders wichtig, damit Anpassungen nicht aus Zeitdruck unterbleiben. Auch Rollen, Sitzfläche, Fußbedienung und Reinigungsmöglichkeiten müssen zum Praxisalltag passen. Sinnvoll ist eine Erprobung in typischen Behandlungssituationen, nicht nur ein kurzes Probesitzen. Danach sollte das Team beobachten, ob Schulterheben, weite Griffwege oder verdrehte Positionen tatsächlich seltener werden. Ergonomische Ausstattung bleibt damit eine fortlaufende Aufgabe der Arbeitsorganisation.
